{"id":1072,"date":"2023-12-15T16:57:46","date_gmt":"2023-12-15T15:57:46","guid":{"rendered":"https:\/\/ufv-halberstadt.de\/2023\/?page_id=1072"},"modified":"2023-12-15T18:04:24","modified_gmt":"2023-12-15T17:04:24","slug":"projekt-lebenslaeufe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/ufv-halberstadt.de\/2023\/projekt-lebenslaeufe\/","title":{"rendered":"Projekt: Lebensl\u00e4ufe"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-uagb-container uagb-block-16b47ab9 alignfull uagb-is-root-container\"><div class=\"uagb-container-inner-blocks-wrap\">\n<div class=\"wp-block-uagb-advanced-heading uagb-block-c85e9e9e\"><h2 class=\"uagb-heading-text\">Projekt &#8222;Frauen &#8211; Leben&#8220;<\/h2><p class=\"uagb-desc-text\">17 JAHRE NACH DER POLITISCHEN WENDE<\/p><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-uagb-container uagb-block-4207d0c4 alignfull uagb-is-root-container\"><div class=\"uagb-container-inner-blocks-wrap\">\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">Zum Projekt<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach einj\u00e4hriger Arbeit im Projekt wurde nun, p\u00fcnktlich zum 15. Jubil\u00e4um des UFV im M\u00e4rz 2007, die Brosch\u00fcre \u201e Frauen \u2013 Leben 17 Jahre nach der politischen Wende\u201c fertig gestellt. In Interviews werden acht interessante Frauen aus Halberstadt und Umgebung portraitiert. Sie schildern ihr Leben und die Ver\u00e4nderungen, welche die Wende f\u00fcr sie mit sich brachte.<br>Die Brosch\u00fcre versteht sich als Fortsetzung der Dokumentation \u201e Die gesellschaftliche Rolle der Frauen in Halberstadt von 700 bis 1990\u201c, die vom UFV 1996 erarbeitet wurde.<br>Die Brosch\u00fcre ist nun f\u00fcr eine Spende im Frauenzentrum erh\u00e4ltlich oder in der Frauen \u2013 und M\u00e4dchenbibliothek des Frauenzentrums ausleihbar !<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">Vorwort<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Blick zur\u00fcck erspart die gleichen Fehler noch einmal zu begehen. Gut. Kann sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf jeden Fall haben wir, die sich auf den Weg machten, Frauen aus unserem n\u00e4heren Lebensumfeld nach ihren WENDE- Erfahrungen zu befragen, viel erfahren und eine Menge dazu gelernt. &#8211; Andere Sichten auf die DDR, auf das nun vereinigte Deutschland, auf uns selbst. Unser Blick hat sich geweitet\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Schade, dass ihr, die ihr unser B\u00fcchlein jetzt in der Hand habt, suchend bl\u00e4ttert oder \u201estirngekr\u00e4uselt\u201c unser \u201eMachwerk\u201c begutachtet &#8211; schade, dass ihr nicht dabei sein konntet, als die Frauen erz\u00e4hlten und sie nur uns ihre Aufmerksamkeit gaben. Sie sich m\u00fchten, uns zu erkl\u00e4ren, was ihnen durch Kopf und Seele ging, als wir sie nach den Wendetagen und dem neuen Leben im vereinigten Deutschland fragten. Wir bekamen von diesen Frauen ein wertvolles Geschenk. Nun m\u00f6chten wir interessierte Leserinnen und Leser teilhaben lassen an diesem Geschenk.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600\">An dieser Stelle die Zusammenfassungen von drei Interviews f\u00fcr Sie zum Reinschnuppern:<\/h3>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-uagb-container uagb-block-c6345bdb alignfull uagb-is-root-container\"><div class=\"uagb-container-inner-blocks-wrap\">\n<div id=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-b3513492\" class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion exclusive\">\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>B\u00e4rbel-Ute Herre<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<div class=\"wp-block-uagb-advanced-heading uagb-block-6989ecfd\"><h2 class=\"uagb-heading-text\">\u201eIch war immer neugierig auf das Andere.\u201c<\/h2><p class=\"uagb-desc-text\">B\u00e4rbel-Ute Herre, 61 Jahre , Goldschmiedin, Rentnerin, 2 Kinder<\/p><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">Allgemeines<\/h3>\n\n\n\n<p>B\u00e4rbel H. wurde am 31.03.1945 in Loburg geboren. Sie ist verheiratet und hat zwei T\u00f6chter.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00e4rbel H. hat von 1961 bis 1964 Goldschmiedin gelernt und war von 1964 bis 1967 in der Schmuckwerkstatt der Hochschule f\u00fcr Kunst und Design an der Burg Giebichenstein Halle t\u00e4tig.<\/p>\n\n\n\n<p>1981 legte sie ihre Meisterpr\u00fcfung ab. Dieses war die Voraussetzung f\u00fcr ihre berufliche Selbstst\u00e4ndigkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Gemeinsam mit ihrem Mann arbeitete sie in der K\u00fcnstlergemeinschaft Pfefferm\u00fchle Halberstadt und fertigte f\u00fcr den staatlichen Kunsthandel kleine Einzelst\u00fccke und Reparaturen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung an.<\/p>\n\n\n\n<p>Durch ihre Arbeit in der eigenen Werkstatt, die ihr sehr viel Spa\u00df bereite, war es ihr m\u00f6glich, ihre behinderte Tochter optimal zu betreuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre eigenen Erfahrungen sensibilisierten B\u00e4rbel H. f\u00fcr soziale Problemfelder, Menschen in Not und lie\u00dfen sie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung Partei ergreifen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre politische Heimat fand B\u00e4rbel H. in der Vorwendezeit als Gr\u00fcndungsmitglied des Neuen Forums, welches in der Pfefferm\u00fchle ins Leben gerufen wurde. Sie engagierte sich, nahm an den Montags-Demos teil und fand einen neuen Freundeskreis, der sie sch\u00e4tzen lernte und mit neuen Aufgaben betraute.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">1989 \u2013 das Jahr der politischen Wende<\/h3>\n\n\n\n<p>Nach der Wende und damit einhergehenden Ver\u00e4nderungen auch in der Sparte der Goldschmiede musste B\u00e4rbel H. ihre Selbstst\u00e4ndigkeit aufgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auftragslage hatte sich ver\u00e4ndert, das Kunsthandwerk war vom Aussterben bedroht, da aus der dritten Welt konkurrenzlos billiger Schmuck auf den Markt kam. In den n\u00e4chsten Jahren unterst\u00fctzte B\u00e4rbel H. ihren Mann bei gr\u00f6\u00dferen Auftr\u00e4gen u.a. bei der Restaurierung von Altarger\u00e4ten und den Turmkugeln vom Dom.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00e4rbel H. ist eine offene, aktive, warmherzige und kontaktfreudige Frau, die aufgrund der ver\u00e4nderten beruflichen Situation eine neue Herausforderung suchte. Sie verfolgte das politische Geschehen in Halberstadt aufmerksam und wurde mit den Problemen der Ausl\u00e4nderbetreuung in der Zentralen Anlaufstelle f\u00fcr Asylbewerber (ZAST) konfrontiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Was macht ein Au\u00dfenstehender in dieser Situation?<\/p>\n\n\n\n<p>Zuschauen, wegsehen oder helfen? B\u00e4rbel H. hat sich f\u00fcr letzteres entschieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr lagen besonders die Kinder der AsylbewerberInnen am Herzen. Ihr Eindruck war, dass es leichter war Zugang zu den Kindern zu finden als zu den Erwachsenen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Herz schlug f\u00fcr diese Kinder und sie versuchte in den kommenden Jahren ihnen den Alltag in der ZAST lebenswerter und freudvoller zu gestalten.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00e4rbel H. sch\u00f6pfte alle M\u00f6glichkeiten der Unterst\u00fctzung f\u00fcr ihr Anliegen aus, um ihren kleinen Sch\u00fctzlingen Freude zu bereiten, sie zu integrieren und Sprachbarrieren abzubauen.<\/p>\n\n\n\n<p>Als der Zustrom der AsylbewerberInnen nachlie\u00df und weniger Kinder in der ZAST lebten, \u00fcbertrug sie ihre F\u00fcrsorge auf die ausl\u00e4ndischen Familien. Sie hielt engen pers\u00f6nlichen Kontakt, leistete praktische Hilfe und wurde zur Vertrauten der alleinstehenden Frauen mit Kindern.<\/p>\n\n\n\n<p>In den weiteren Jahren dehnte B\u00e4rbel H. ihr Engagement auf die damals ins Leben gerufenen Roma-Projekte aus. Auch hier besuchte und inszenierte sie Veranstaltungen und Projekte mit Kindern und Jugendlichen, um sie vor Ausgrenzung und Diskriminierung zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Selbst heute kurz vor der Altersrente liegt B\u00e4rbel H. ihr Einsatz und ihr pers\u00f6nlicher Kontakt zu den Menschen, die ihren beruflichen Weg kreuzten, sehr am Herzen. Sie unterst\u00fctzt auch weiterhin ehrenamtlich ausl\u00e4ndische Familien. Auf diesem Weg erf\u00e4hrt B\u00e4rbel H. Dank, Anerkennung und Zuneigung, welche ihr Leben bereichern.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">W\u00fcnsche f\u00fcr die Zukunft<\/h3>\n\n\n\n<p>B\u00e4rbel H. w\u00fcnscht sich, dass sie offen bleibt f\u00fcr alle Lebensfragen, am aktiven Geschehen teilnimmt und sich weiterhin f\u00fcr benachteiligte Menschen interessiert und engagiert.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr B\u00e4rbel H. stand in den 17 Jahren nach der Wende besonders die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft im Mittelpunkt ihres Wirkens.<\/p>\n\n\n\n<p>Frauen m\u00fcssen lernen mit den Lebensumst\u00e4nden fertig zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus ihrer Sicht versteht sich der UFV mit seinem Frauenzentrum Lilith als Anlaufpunkt f\u00fcr Frauen, die Hilfe und Unterst\u00fctzung ben\u00f6tigen. Es bietet ihnen vielf\u00e4ltige Angebote und Geselligkeit im Rahmen Gleichgesinnter, st\u00e4rkt das Selbstwertgef\u00fchl und bietet Unterst\u00fctzung in allen Lebensfragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Anliegen von B\u00e4rbel H. ist es, ihre Mitmenschen zu motivieren sich nicht vor den Problemen und der Not anderer zu verschlie\u00dfen, sondern einf\u00fchlsame und warmherzige Unterst\u00fctzung zu geben.<\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Bhikkhuni Mudita Teresa Karuna<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<div class=\"wp-block-uagb-advanced-heading uagb-block-2d6f9aea\"><h2 class=\"uagb-heading-text\">\u201eMenschen, die Gl\u00fcck im Herzen gefunden haben &#8211; kreieren eine gl\u00fcckliche Welt, \u2026\u201c<\/h2><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">Ordinationsname: Bhikkhuni Mudita Teresa Karuna<\/h3>\n\n\n\n<p>Im zivilen Leben hei\u00dft sie Anett.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschl\u00fcsse als Erzieherin mit Lehrbef\u00e4higung Sport, Rehabilitationsp\u00e4dagogin f\u00fcr Blinde und Frauenbildungsreferentin kann sie vorweisen, lebt mit aller Kraft dieses Leben f\u00fcr Menschen, die ihre Unterst\u00fctzung am dringendsten brauchen und bricht doch eines Tages konsequent mit diesem zivilen Leben.<\/p>\n\n\n\n<p>Als dieses Interview entsteht, ist sie 44 Jahre und steht vor der Gr\u00fcndung und Leitung des ersten deutschen Nonnenausbildungsklosters in Europa.<\/p>\n\n\n\n<p>Was ist heute Inhalt Deines Lebens?<\/p>\n\n\n\n<p>Seit einigen Jahren bin ich Bhuddistische Nonne in der Theravada \u2013 Waldklostertradition. Mein jetziges Leben bedeutet t\u00e4gliches Studium und Meditation. Ich begleitete Menschen, die sich f\u00fcr eine l\u00e4ngere Zeit zur Meditation ins Kloster zur\u00fcckziehen. Den interreligi\u00f6sen Dialog im Rahmen der Peacemaker \u2013 Gemeinschaft Deutschlands zu f\u00fchren und zu leben ist bedeutsam und wesentlich f\u00fcr mich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">1989 \u2013 das Jahr der politischen Wende\u2026<\/h3>\n\n\n\n<p>Ich habe die Wende in Halberstadt erlebt und ehrlich gesagt, ern\u00fcchtert und resigniert.<\/p>\n\n\n\n<p>Geradezu traumatisch habe ich erfahren, wie korrumpierbar Menschen sind und Ideale sich in Luft aufl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr mich war anfangs unfassbar, dass materielle \u00fcber ideelle Werte gestellt werden. Denn ich war urspr\u00fcnglich im festen Vertrauen, auf politischer Ebene diesen Sozialismus reformieren zu k\u00f6nnen, vorerst mit verschlossener Grenze.<\/p>\n\n\n\n<p>So bin ich aufgewacht \u2013 Realit\u00e4ten anzuerkennen und nicht zu verurteilen und meine eigenen Konzepte fallen zu lassen \u2013 was ich auch tat.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Grenz\u00f6ffnung gab es die M\u00f6glichkeit neuer Zug\u00e4nge zu Bildungsangeboten, Lernwege etc. auszuprobieren, was ich ausgiebig nutzte. Ich habe Weiter- und Fortbildungen besucht und das Neue mit dem Wertvollen aus meiner DDR-Ausbildung verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Horizont erweiterte sich durch Reisen und die Begegnungen mit Menschen auf internationaler Ebene.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den Ver\u00e4nderungen im Land ging ein Berufswechsel einher \u2013 von der Taubblindenabteilung der Geh\u00f6rlosenschule zum Jugendschutz\/Streetwork im Jugendamt.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen, die den Hauptteil ihrer Sozialisation noch in der DDR erlebt haben, brauchen viel Mut und Geschmeidigkeit im Geist, um den neuen Bedingungen gewachsen zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Einige meiner Freunde haben das sofort bew\u00e4ltigt und sind daran gewachsen, andere nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Generation, die nach der Wende aufwuchs, ist die DDR Geschichte \u2013 Geschichte ihrer Eltern, mit deren Auswirkungen sie sich auseinandersetzen m\u00fcssen, aber es ist nicht wirklich ihre Sache.<\/p>\n\n\n\n<p>Ansonsten ist mein Blick heute auf die Welt mit ihren vielen heilsamen und unheilsamen Ereignissen ein anderer. Wir kreieren diese Welt \u2013 und so wie ich damit in Bezug gehe \u2013 sie erlebe &#8211; leide ich oder bin gl\u00fccklich.<\/p>\n\n\n\n<p>Gl\u00fcck h\u00e4ngt nicht von \u00c4u\u00dferlichkeiten ab und wenn wir weiter glauben, dass Gl\u00fccklichsein von \u00c4u\u00dferlichkeiten abh\u00e4ngt, werden wir niemals gl\u00fccklich werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen, die Gl\u00fcck im Herzen gefunden haben \u2013 kreieren eine gl\u00fcckliche Welt, soweit ihr Einfluss eben reicht.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">Vom Ende der DDR bis zur Gegenwart<\/h3>\n\n\n\n<p>Die wichtigste Ver\u00e4nderung f\u00fcr mich war die Ber\u00fchrung mit der Lehre Buddhas.<\/p>\n\n\n\n<p>1995 begann ich eine Ausbildung f\u00fcr feministische Bildungsarbeit und Philosophie. Es ging um Philosophie des Bewusstseins, die Lehre des Buddhas und die Praxis, also Meditation als Geistestraining spielte eine zentrale Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p>Fragen, die ich seit meiner Jugend mit mir trug, fanden ihre Antworten. So dass ich in sehr kurzer Zeit mein Leben radikal ge\u00e4ndert habe, um mich mit nichts anderem mehr zu besch\u00e4ftigen als Dhamma (die Lehre) in Theorie und Praxis und es anderen, die es lernen wollen, weiterzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p>So bin ich nach zwei Jahren Vorbereitung am 3. Oktober 2000 Nonne geworden und habe die h\u00f6heren Gel\u00fcbde am 11.Dezember 2004 in Los Angeles genommen. Jetzt lebe ich \u00fcberwiegend im Allg\u00e4u und werde ab 1.Oktober ein Nonnentrainingskloster leiten und nat\u00fcrlich meine Ausbildung fortsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich habe mich sehr ver\u00e4ndert und hart daf\u00fcr gearbeitet. Einen spirituellen Weg zu gehen, erfordert alles aufzugeben, woran man sich klammert, \u00e4u\u00dferlich und innerlich \u2013 das ist nicht immer einfach, aber ein Prozess der sich lohnt \u2013 man wird freier.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich m\u00f6chte vollst\u00e4ndige geistige Freiheit \u2013 also Erleuchtung, egal wie lange es dauert oder wie viele Leben noch notwendig sind &#8211; und ich m\u00f6chte in Gemeinschaft diesen Weg gehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ort ist unbedingt wichtig. Ich lebe da, wo ich als Nonne praktizieren kann und das ist hier im Allg\u00e4u m\u00f6glich &#8211; und in Deutschland ja eine Ausnahme, denn es gibt keine deutschen buddhistischen Kl\u00f6ster au\u00dfer diesem.<\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt eine gr\u00f6\u00dfere Gemeinde, die das Projekt unterst\u00fctzt und selbst praktiziert \u2013 also gute Bedingungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nat\u00fcrlich bin ich immer wieder in Asien \u2013 denn die alten Lehrer und Lehrerinnen leben dort und sind unendliche Inspiration.<\/p>\n\n\n\n<p>Und sollte sich etwas \u00e4ndern an den Bedingungen \u2013 ziehe ich weiter \u2013 an einen Ort, der geeignet ist f\u00fcr Praxis.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ich glaube, dass die Arbeit des UFV wichtig ist, wenn sie Frauen unterst\u00fctzt, ihr Potential zu entfalten, Krisen zu \u00fcberwinden, sich zu best\u00e4tigen und zu vernetzen f\u00fcr (!) \u2026 nicht in Abgrenzung von (!)\u2026 Allerdings sagt der Name etwas aus, was nicht stimmt \u2013 der UFV ist nicht unabh\u00e4ngig! \u2026 Nichts, was existiert, ist unabh\u00e4ngig \u2013 alles ist in Abh\u00e4ngigkeit von einander und dessen sollten wir uns bewusst sein. Wenn wir das im Herzen verankert haben, handeln wir anders.<\/strong><\/p>\n<\/div><\/details>\n\n\n\n<details class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item\"><summary class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__title\"><div>Schwester Ursel<\/div><\/summary><div class=\"wp-block-themeisle-blocks-accordion-item__content\">\n<div class=\"wp-block-uagb-advanced-heading uagb-block-07ca9373\"><h2 class=\"uagb-heading-text\">\u201eSolange der Herr Gott mir die Kraft gibt, <br>will ich auch f\u00fcr die Frauen k\u00e4mpfen, <br>ob jung oder alt\u201c.<\/h2><p class=\"uagb-desc-text\">Ursula Sommer, 80 Jahre alt, Stadtschwester in Halberstadt<\/p><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">Allgemeines<\/h3>\n\n\n\n<p>Hinter dem Namen Schwester Ursel verbirgt sich viel mehr als die Person Ursula S. die am 08.08.1926 in Dessau geboren wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Von 1944 bis 1946 im Diakonischen Mutterhaus in Dessau ausgebildet, setzte sie bis 1970 im Diakonischen Mutterhaus Cecilienstift Halberstadt ihre ganze Kraft f\u00fcr die Hospizarbeit, Begleitung Schwerstkranker und Sterbender ein.<\/p>\n\n\n\n<p>1970 wurde sie Gemeindeschwester in der Evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis und trat gleichzeitig der Evangelischen Schwesternschaft bei.<\/p>\n\n\n\n<p>Ende der siebziger Jahre wechselte sie zum staatlichen Gesundheitswesen und war bis zu ihrer Pensionierung Stadtschwester in Halberstadt. In diesen fast 30 Jahren arbeitete sie eng mit den Sozialstationen und \u00c4rzten zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Engagement ging weit \u00fcber ihre T\u00e4tigkeit als Stadtschwester hinaus. Bereits zu DDR-Zeiten trat sie dem Demokratischen Frauenbund bei, wechselte nach der Wende als Vertreterin Sachsen-Anhalts in den Frauenrat. Schwerpunkte ihres politischen Einsatzes waren die Themen: \u201eAids\u201c, \u201eHospizbewegung\u201c und \u201eKinderschutzbund\u201c.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">1989 \u2013 das Jahr der politischen Wende<\/h3>\n\n\n\n<p>Das Jahr 1989 erlebte Schwester Ursel als starken Umbruch f\u00fcr ihr berufliches Wirken. Es erfolgten einschneidende Ma\u00dfnahmen gerade im Bereich des Gesundheitswesens:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>die Gemeindeschwestern auf den D\u00f6rfern wurden abgeschafft,<\/li>\n\n\n\n<li>viele Landarztpraxen wurden geschlossen,<\/li>\n\n\n\n<li>die M\u00fctterberatungsstellen gingen in die Hand von Gyn\u00e4kologen \u00fcber,<\/li>\n\n\n\n<li>zentrale Lungenuntersuchungen und betriebs\u00e4rztliche Betreuung wurden eingestellt,<\/li>\n\n\n\n<li>die Bezahlung der gesundheitlichen Leistungen und die staatliche F\u00fcrsorge \u00e4nderte sich gravierend, Medikamentenzuzahlungen, Eigenverantwortlichkeit f\u00fcr Impfschutz und Beantragung von Pflegestufen stellten f\u00fcr viele Menschen eine gro\u00dfe Herausforderung dar<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ihr Mitgef\u00fchl galt besonders den Menschen die mit der ver\u00e4nderten Situation \u00fcberfordert waren. Eine Aussage von Schwester Ursel war:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn du arm bist, musst du fr\u00fcher sterben\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Vereinigung stand Schwester Ursel positiv gegen\u00fcber, h\u00e4tte sich aber gew\u00fcnscht, dass viele bew\u00e4hrte soziale Errungenschaften \u00fcbernommen worden w\u00e4ren, wie z.B. Krippen- und Kindergartenbetreuung, Schulspeisung u.v.m.<\/p>\n\n\n\n<p>Schwester Ursel ist eine couragierte K\u00e4mpferin f\u00fcr soziale Gerechtigkeit. Sie tritt in der \u00d6ffentlichkeit konsequent auf und kritisiert Unzul\u00e4nglichkeiten und Missst\u00e4nde, so engagierte sie sich z.B. f\u00fcr die Abschaffung des \u00a7 218. Der \u00a7 218 w\u00e4re gar nicht n\u00f6tig, wenn f\u00fcr die Zukunft von M\u00fcttern und Kindern besser gesorgt w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p>Die politische Ver\u00e4nderung bewirkte, dass sie noch freier und offener ihre Standpunkte vertrat. Im Frauenrat und anderen \u00f6ffentlichen Veranstaltungen tritt sie noch heute auf und ergreift Partei.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\" style=\"font-style:normal;font-weight:600;text-transform:uppercase\">W\u00fcnsche f\u00fcr die Zukunft<\/h3>\n\n\n\n<p>Zitat: \u201eIch w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass die Welt besser wird, ohne Krieg, ohne Korruption. Dass die Welt wieder ein bisschen w\u00e4rmer wird und dass der Reichtum besser verteilt wird\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>In ihrem Alltag begegnet Schwester Ursel Alters- und Kindesarmut im Land. Dies bewegt und ersch\u00fcttert sie sehr, war doch ihr ganzes Leben davon gepr\u00e4gt f\u00fcr alle Menschen ein lebensw\u00fcrdiges Umfeld zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses stille engagierte Tun zum Wohle der Menschen Halberstadts wurde durch die Verleihung der Ehrenb\u00fcrgerschaft anerkannt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihre Kraft f\u00fcr ihr permanentes Wirken sch\u00f6pft Schwester Ursel einmal aus dem Gebet, ihrer Evangelischen Schwestern- und Bruderschaft, aus der Dankbarkeit der Menschen und der Anerkennung ihrer Leistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders Frauen liegen Schwester Ursel am Herzen. Sie hat eine langj\u00e4hrige Beziehung zum Frauenzentrum und verfolgt alle Geschehnisse aufmerksam.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr Wunsch ist es:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eFrauen werdet mutiger, wehrt euch, steht mehr zusammen, sagt offen eure Meinung und ver\u00e4ndert die Welt\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine \u00e4ltere r\u00fcstige Dame in Schwesterntracht begegnet uns auch heute im Stadtbild von Halberstadt. Immer in Eile, geistig fit und vital betreut sie ehrenamtlich Kranke und sterbende Menschen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\" style=\"margin-top:var(--wp--preset--spacing--60);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--60)\"\/>\n\n\n\n<p>Ursula Sommer (Schwester Ursel) verstarb am 28.02.2022 im stolzen Alter von fast 96 Jahren. Wir werden ihr stets ein ehrendes Andenken bewahren und alle Kraft mobilisieren, ihr Lebenswerk fortzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-uagb-image aligncenter uagb-block-3b76ad93 wp-block-uagb-image--layout-default wp-block-uagb-image--effect-static wp-block-uagb-image--align-center\"><figure class=\"wp-block-uagb-image__figure\"><img decoding=\"async\" srcset=\"https:\/\/ufv-halberstadt.de\/2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ursula-sommer-traueranzeige.jpg ,https:\/\/ufv-halberstadt.de\/2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ursula-sommer-traueranzeige.jpg 780w, https:\/\/ufv-halberstadt.de\/2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ursula-sommer-traueranzeige.jpg 360w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 150px\" src=\"https:\/\/ufv-halberstadt.de\/2023\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/ursula-sommer-traueranzeige.jpg\" alt=\"Traueranzeige f\u00fcr Ursula Sommer\" class=\"uag-image-1113\" width=\"420\" height=\"349\" title=\"\" loading=\"lazy\"\/><\/figure><\/div>\n<\/div><\/details>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Projekt &#8222;Frauen &#8211; Leben&#8220; 17 JAHRE NACH DER POLITISCHEN WENDE Zum Projekt Nach einj\u00e4hriger Arbeit im Projekt wurde nun, p\u00fcnktlich zum 15. 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